In den vergangenen Monaten mussten einige Schnupperflug-Anfragen verschoben werden. Der Grund lag nicht im Wetter oder organisatorischen Engpässen, sondern in einer bewusst geplanten und umfassenden Winterwartung der Flotte unseres Partnervereins. Sicherheit und technische Zuverlässigkeit stehen im Flugbetrieb kompromisslos an erster Stelle – und genau deshalb wurde die kalte Jahreszeit intensiv genutzt.
Zeitweise befanden sich bis zu acht Flugzeuge gleichzeitig in der Wartung. Für Außenstehende mag das nach Stillstand klingen, tatsächlich ist es jedoch ein Zeichen professioneller Organisation. Die Wintermonate sind traditionell der Zeitraum, in dem größere Inspektionspakete gebündelt durchgeführt werden. So wird sichergestellt, dass zum Saisonbeginn im März die gesamte Flotte technisch einwandfrei, dokumentiert freigegeben und voll einsatzbereit zur Verfügung steht.
Alle Arbeiten erfolgen gemäß den Regularien der European Union Aviation Safety Agency (EASA). Dazu gehören 50- und 100-Stunden-Kontrollen, Jahresnachprüfungen (Annual Inspection), die Verlängerung des Lufttüchtigkeitszeugnisses (ARC) sowie die Umsetzung verpflichtender Service Bulletins und Airworthiness Directives. Hinzu kommen Motor- und Propellerprüfungen, Bremsenservice, Fahrwerkskontrollen und detaillierte Sichtprüfungen der Zellenstruktur.
Gerade bei einer aktiven Vereinsflotte mit Schulungs- und Rundflugbetrieb summieren sich im Laufe einer Saison viele Flugstunden. Verschleißteile werden deshalb nicht erst bei Ausfall ersetzt, sondern präventiv. Auch kleinste Einträge im Bordbuch werden ernst genommen und systematisch abgearbeitet. Dieses strukturierte Vorgehen ist entscheidend für die Betriebssicherheit – und letztlich für das Vertrauen der Gäste und Flugschüler.
Einige Schnupperflug-Termine mussten daher verschoben werden, weil mehrere Maschinen parallel im Hangar standen. Diese Entscheidung fiel bewusst zugunsten der Sicherheit. Ein Flugerlebnis beginnt nicht beim Startlauf auf der Piste, sondern lange davor – mit der technischen Freigabe jedes einzelnen Systems.
Neben den klassischen Wartungsarbeiten wurden auch Modernisierungen durchgeführt. Avionik-Updates, Funksystem-Überprüfungen oder kleinere Optimierungen im Cockpit tragen dazu bei, dass die Flotte sowohl für Ausbildungsflüge als auch für Schnuppergäste auf aktuellem Stand bleibt. Gerade für Interessenten an der PPL-Ausbildung ist eine technisch stabile und verlässliche Umgebung essenziell.
Mit Beginn der Saison im März ändert sich die Situation grundlegend: Die komplette Flotte unseres Partnervereins steht wieder geschlossen zur Verfügung. Alle Maschinen sind geprüft, eingeflogen und freigegeben. Dadurch können die verschobenen Schnupperflüge nun Schritt für Schritt nachgeholt werden – einer nach dem anderen.
Die längeren Tage, verbesserte Sichtweiten und die typischerweise stabileren Frühjahrswetterlagen schaffen ideale Rahmenbedingungen für ein erstes Flugerlebnis. Die Luft ist oft klar, die Thermik moderat und die Fernsicht beeindruckend – perfekte Voraussetzungen, um die Region aus der Perspektive eines Piloten kennenzulernen.
Für viele Gäste bedeutet das Nachholen ihres Termins daher nicht einfach nur eine Verschiebung, sondern unter Umständen sogar ein kleines Upgrade: bessere Lichtverhältnisse, ruhige Luft und eindrucksvolle Ausblicke, die den ersten Flug noch intensiver machen. Das Erlebnis gewinnt an Qualität – nicht trotz, sondern gerade wegen der Wartezeit.
Und für einige wird dieser Termin mehr sein als ein Schnupperflug – vielleicht die letzte Stufe vor einer wichtigen Entscheidung: dem Beginn der eigenen Pilotenausbildung. Wer nach dem Flug mit leuchtenden Augen aussteigt, die Checkliste noch einmal durchgeht und innerlich bereits den nächsten Start plant, hat oft schon den Entschluss gefasst.
So wird aus einer notwendigen Winterpause ein sauber vorbereiteter Neustart – technisch, organisatorisch und emotional. Die Saison beginnt nicht nur mit einsatzbereiten Flugzeugen, sondern auch mit neuen Perspektiven: für Gäste, die sich einen Traum erfüllen – und für jene, die ihn künftig selbst im Cockpit weiterverfolgen möchten
